Unternehmen sollen ihre Mitarbeiter beteiligen

Georgi: Mittelstand macht noch viel zu wenig Gebrauch davon. Der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi sieht gute Chancen, dass die Große Koalition neue Möglichkeiten schafft, um mehr Mitarbeiter an Unternehmen zu beteiligen. (Saarbrücker Zeitung 16.02.2007)

Saarbrücken.
Der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi drängt auf mehr Möglichkeiten für Beschäftigte, sich am Unternehmen zu beteiligen. Dies werde insbesondere in mittelständischen Betrieben noch viel zu selten angeboten, betonte Georgi vor Journalisten. Der saarländische Minister gehört einer Arbeitsgruppe auf Bundesebene an, die dem Thema Mitarbeiterbeteiligung deutschlandweit auf möglichst breiter Basis zum Druckbruch verhelfen soll. Georgi sieht gute Chancen, dass sich die Große Koalition noch in diesem Jahr auf ein attraktives Konzept einigt.
Seiner Ansicht nach muss es besonders unkomplizierte, unbürokratische Regelungen für die Betriebe geben sowie attraktive Anreize für die Beschäftigten, sich zu beteiligen. Georgi setzt dabei auf das Prinzip der Freiwilligkeit. Man könne kein Unternehmen zwingen, so etwas anzubieten. Wer jedoch auf Mitarbeiterbeteiligung setzt, schaffe zusätzliche Leistungsanreize und stärke die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen.
Notwendig sei, insbesondere die steuer- und sozialabgabenfreien Zuwendungen nach dem Paragraphen 19a des Einkommens-Steuergesetzes deutlich zu erhöhen. "Wenn derzeit ein Arbeitnehmer pro Jahr 135 Euro in eine Beteiligung an seinem Unternehmen investiert, kann das Unternehmen einen steuer- und sozialabgabenfreien Zuschuss in gleicher Höhe dazugeben", so der saarländische Minister. Dies sei, auch im internationalen Vergleich, viel zu wenig. Georgi fordert deshalb, diesen Betrag monatlich anzusetzen. Weiterhin rät er, bis zu einer vergleichbaren Größenordnung bei Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen eine Nachbesteuerung vorzusehen. Diese Besteuerung solle erst greifen, wenn der Mitarbeiter seine Beteiligung zu Geld macht. Deutschlandweit seien derzeit rund 2 Millionen Arbeitnehmer in 3600 Unternehmen in unterschiedlichsten Formen mit einem Kapital von insgesamt rund 12,3 Milliarden Euro beteiligt. Georgi verweist auf einige Unternehmen an der Saar, die bereits auf Mitarbeiterbeteiligung setzen: von der St. Wendeler Globus Gruppe über die Saarbrücker Zeitung bis hin zum Softwarentwickler Pikon AG und der Ottweiler Druckerei. Auch das neue Sparkassengesetz an der Saar biete die Möglichkeit der Beteiligung Dritter an "ihrer Sparkasse".

Saarbrücker Zeitung 16.02.2007

 

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