Umweltmanagement als Chance begreifen

Kolumne der IHK-Vizepräsidentin Petra Krenn in der Zeitschrift „SaarWirtschaft" der IHK Saarland (Juni 2015) zum Thema „20 Jahre EMAS im Saarland" und der Festveranstaltung der IHK Saarland und HWK des Saarlandes am 7. Juli 2015

Die Ansprüche an Unterneh­men steigen. Nur Gewinne erzielen, Arbeitsplätze schaf­fen und Steuern zahlen — das reicht heute nicht mehr. Die Gesellschaft erwartet, dass Unternehmen sich auch sozial engagieren und Verantwortung für ihre Region übernehmen. Sie sollen den Gegensatz von Ökonomie und Ökologie überwinden, die Umweltquali­tät verbessern und klimafreundlich produzieren. All das läuft unter den Begriffen Nachhaltigkeit und unterneh­merische Verantwortung (CSR).


Wir Unternehmer stellen uns dieser Verantwortung, wenngleich es schon schwierig genug ist, die zahlrei­chen gesetzlichen Mindestanforderungen zu erfüllen – von A wie Arbeitsschutz bis Z wie Zollrecht. Wobei das Steuerrecht und das Umweltrecht mit seinen insgesamt weit über 100.000 Einzelvorschriften an Komplexität wohl einmalig in der Welt sein dürften.


Im Bereich Umwelt und Energie wird uns diese Aufgabe durch verschiedene Umweltmanagementsysteme er­leichtert. Eines davon ist EMAS – das Eco-Management and Audit Scheme, welches in diesem Jahr 20 Jahre alt wird und trotz seiner zahlreichen Vorteile für die Wirt­schaft leider immer noch nicht den Bekanntheitsgrad hat, den es verdient. Die IHK wird deshalb künftig noch stärker für EMAS werben – bei den Unternehmen und in der Öffentlichkeit. EMAS bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Es hilft den Unternehmen, den eigenen ökologischen Ansprüchen gerecht zu werden, indem es Schwachstellen offenlegt und Einsparpotenziale aufzeigt. EMAS macht sich für die Unternehmen sofort positiv bemerkbar und wird deshalb zu Recht als das Instrument zur Steigerung der Ressourcen und Ener­gieeffizienz gerühmt. Mittelständische Unternehmen können so auf lange Sicht schon mal schnell einige Tausend Euro pro Jahr einsparen.


Doch das allein hebt EMAS noch nicht aus dem Meer der Gütesiegel heraus. Der entscheidende Hebel ist, dass EMAS aufgrund seiner strengen Anforderungen ein ganzheitliches System ist, das praktisch keinen Unternehmensbereich unberührt lässt. Das ist zweifel­los ambitioniert, aber es zahlt sich aus. Denn durch die systematische Erfassung aller Input- und Outputströme werden auch Schwachstellen aufgedeckt, die auf den ersten Blick nicht im Zusammenhang mit Umwelt und Energiefragen stehen. Jahrelang verborgene Defizite können so zum Vorteil des Unternehmens ausgemerzt werden.


Zugegeben: Die Implementierung von EMAS ist aufwän­dig und bindet zunächst Kapazitäten. Es ist eben ein Exzellenz-Prädikat und kein Massensiegel. Doch dafür belohnt der Gesetzgeber die Tüchtigen. EMAS-Betriebe genießen eine ganze Reihe von Begünstigungen — bei der Energiesteuer erhalten sie Steuernachlässe, im Ab­fallbereich und beim Wassercent müssen sie weniger Gebühren zahlen und die neue Energieauditpflicht gilt für sie per se als erfüllt.


Rund 60 Betriebe und Organisationen im Saarland wis­sen diese Vorteile zu schätzen. Unser Land liegt damit im Ländervergleich an der Spitze. Aus Sicht der IHK sollte das aber noch nicht das Ende der Fahnenstan­ge sein. Deshalb: Machen Sie mit! Nutzen Sie EMAS als Chance, Ihre Umweltleistungen glaubwürdig nach außen zu vertreten und Ihr Unternehmen noch besser im Wettbewerb zu positionieren. Wir unterstützen Sie gerne dabei.



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